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Erste Testfahrt mit dem neuen Subaru WRX STI
 
STI 2011

Edle Plaketten auf den hochwertigen Fußmatten

„So eine Chance bekommt man nur einmal“, dachte ich Anfang 2008, als uns Subaru Deutschland einlud, den damals neuen STI probezufahren. Doch dieses Wochenende war es nun schon wieder soweit: Der Clubvorstand durfte den neuen Stufenheck-Renner des Modelljahres 2011 testen. Nachdem die Jahresabsätze seit der Einführung des Hatchback-Modells auf weniger als die Hälfte abgerutscht sind, hofft man nicht zuletzt in Friedberg auf einen neuen Aufschwung. Spätestens jetzt wird sich auch klären, ob das zögerliche Kaufverhalten nur auf die neue Formgebung zurückzuführen war, oder ob vielmehr die allgemeine wirtschaftliche Lage sowie die von vielen bemängelte zu weiche Abstimmung des Fahrzeugs ausschlaggebend waren.


Das Top- und das Standardmodell

Für den Test stellte man uns beide Ausstattungsvarianten zur Verfügung, die hier in Deutschland angeboten werden. Die Grundversion kommt mit großem Spoiler daher und kostet 46.900 €. Für 51.500 € bekommt man die Sport-Variante ohne Flügel, dafür mit BBS-Felgen, getönten Scheiben, Keyless Entry, Startknopf und vor allem den engeren Recaro-Sitzen.

Zunächst heißt es aber beim Einstieg in den Neuen auch Abschied nehmen, denn er wird ab sofort nur noch „Subaru WRX STI“ heißen. Durch den Wegfall des berühmten Namens „Impreza“ kann man das STI-Modell auch noch weiterproduzieren, wenn in wenigen Jahren die Wachablösung des aktuellen Imprezas vonstatten geht. Nichtsdestotrotz weiß ich sofort, in welchem Fahrzeug ich sitze. Innen ist es unverwechselbar ein Impreza! 13 km stehen da auf der Uhr, ich muß mich also zurückhalten. Startknopf gedrückt und nun erstmal langsam raus aus Friedberg in Richtung Taunus. Noch hört man nichts von hinten tönen, aber gegen Ende des Tages ist der Auspuff schon richtig freigeblasen und man kann nun auch ein Grummeln vernehmen. Dem Gefühl nach ist hier eine Verbesserung gegenüber den Vorjahresmodellen zu spüren.

Der blaue Standard-STI hatte schon 2.000 km gelaufen und ist damit perfekt eingefahren. Ihn können wir also schon etwas mehr um die Kurven scheuchen. Der neue liegt satt auf der Straße, das Fahrwerk ist straffer als beim Vorfacelift-Modell, kommt aber noch nicht an das der 2. Generation heran. Dafür schafft es den Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort. Gerade holprige Pisten durcheilt man souveräner als noch 2007.

Kommt dann allerdings eine Kurve, in der man Gas gibt, muß man sich darauf einstellen, daß das Lenkrad bei einer Bodenwelle kurz ausreißt. Kein Problem, denn das bekannt gutmütige Fahrverhalten bügelt das weg, aber unsere Testfahrer hatten so den ein oder anderen Schrecken in den Gliedern. Man hat sich aber schnell daran gewöhnt und schon in der nächsten Kurve hält man das Lenkrad fester in den Händen. Die Ursache für dieses Verhalten ist wahrscheinlich ein sperrendes Differential, wenn das Fahrwerk die Bodenwellen nicht mehr ausbügeln kann. Ebenso gewöhnt man sich an das leichte Heck, das bei scharf gefahrenen Kurven immer ein bißchen nachlenkt. Mit der Zeit macht das sogar richtig Spaß! Im Vergleich zum Vorjahresmodell wirkt in jedem Fall alles direkter, man ist dem Go-Kart-Gefühl wieder näher gekommen.


Der überarbeitete 2,5 Liter mit Euro 5

Toller Klang bei niedrigen Drehzahlen

BBS Felge der Top-Ausstattung

WRX STI 2011 mit Facelift

Höhenvergleich der Gürtellinien von MY07 und MY11

Stufe im Kofferraum

Notrad und Bordwerkzeug

Design

Aber richten wir nun unser Augenmerk auf das neue Design. Die Front des Impreza ist nach wie vor eher langweilig. Trotz einiger optischer Retuschen an Grill und Stoßfänger gibt es nach wie vor keine Highlights. Vorbei sind die Zeiten der lustigen Kulleraugen, der markanten Tränensäcke oder der großen Nase, diese Front soll jedem gefallen und verzichtet deswegen auf allzu spektakuläre Designelemente. Immerhin wurden die Nebelscheinwerfereinfassungen jetzt deutlich sportlicher gestaltet, dadurch wirkt die Liniengebung wie aus einem Guß. Betrachtet man den Wagen von der Seite, so könnte man beim geflügelten STI meinen, der Insassenraum ist zu weit nach hinten gerutscht. Die Motorhaube ist sehr lang gezogen so daß hinten der Platz ausgegangen ist und nur noch ein kleines Stummelheck angeflanscht wurde. Beim Fahrzeug ohne Heckspoiler wirken die Proportionen ausgewogener.

Die Räder wirken insgesamt zu klein, ein altbekanntes Problem seit der Ur-Impreza mit 15-Zoll-Felgen nach Europa kam. Diese wurden zwar von Generation zu Generation auf nunmehr 18 Zoll vergrößert, aber ein, zwei Dimensionen größer täten auch diesem Modell nicht schlecht.

Somit kommen wir zu meinem Lieblingsblickwinkel: Das Heck der Limousine sieht einfach perfekt aus. Die dicken Backen der hinteren Kotflügel enden nicht übergangslos in den Rückleuchten, sondern wie beim 2002er STi sind diese „versenkt“ und lassen die Verbreiterungen damit noch größer wirken. Keine grell-weißen LED-Elemente stören das Erscheinungsbild wie beim Steilheck, sondern klassische rote Laternen bilden den Abschluß. Klar, das Nummernschild wäre auch hier im Stoßfänger besser aufgehoben, wie es Subaru-Tradition ist, dafür sitzt dort jetzt die Nebelschlußleuchte – auch nicht schlecht.

Die Zierleiste über der Kennzeichenaussparung ist nicht mehr lackiert, sondern wie beim Non-Turbo in Aluminium-Optik gehalten. Wem’s nicht gefällt, wird hier sicherlich im Zubehörhandel fündig werden. Sehr gelungen ist auch der geschwungene Rahmen um den „Diffusor“ der keiner ist. Aufgrund der tiefsitzenden Reserveradmulde war kein Platz für ihn und so deutet man ihn nur durch ein Wabengitter an.

Apropos Reserveradmulde... Öffnen wir doch mal den Kofferraum! Hmm. Überall erstaunte Gesichter. Was ist das denn? Dieser Kofferraum wirkt nicht nur sehr klein, er ist auch nicht glatt, wie man es eigentlich erwarten sollte. Stattdessen ist er etwa ab der Hälfte des Raumes schräg ansteigend, ehe er auf einer zweiten Ebene wieder wagerecht verläuft. Eine seltsame Konstruktion, die dem etwas verwinkelten Unterbau geschuldet ist. Immerhin sind die Rücksitzlehnen wieder umklappbar, was den negativen Eindruck wieder wettmacht.

Geräusche

Den Auspuffsound haben wir bereits angesprochen, aber es gibt durchaus auch weniger schöne Geräusche, die der WRX STI von sich gibt. Zum einen zischelt die Servolenkung. Besonders auffällig war das beim Sport-Modell, aber auch die Basis-Version gab beim Einlenken ab und zu diese Töne von sich. Hoffen wir, daß es auf die geringe Laufleistung zurückzuführen ist und mit der Zeit vergeht. Klappergeräusche wahlweise an der A-Säule oder auf der riesigen Hutablage gehören leider immer noch zum Imprezafahren dazu.

Neu sind zahlreiche Warntöne, deren Konzert auch nach verschiedensten Versuchen nicht durchschaubar wurde. Lediglich die Warnung, daß eine Tür nicht verschlossen ist, konnten wir einwandfrei identifizieren. Bleibt zu hoffen, daß diese Nervtöter ebenso einfach abzustellen sind wie in den alten Imprezas. Daß es beim WRX STI auch 2011 kein Tagfahrlicht und keine Komfortblinker gibt, mag den einen ärgern, andere freuen sich darüber. Ich bin da geteilter Meinung. Aber das sind schließlich Kleinigkeiten, die nicht kaufentscheidend sind. Genauso wie die Gimmicks im Innenraum. Die Basisversion hat zum Beispiel einen USB-Anschluß. Dieser wurde in der Sportversion durch Cinch-Stecker ersetzt. Auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Lenkradbedienung finden wir nur in der Grundversion.


Top-Ausstattung mit Navi und Recaros

Riesige Hutablage mit ISOFIX®-Haltern

Spaßmaschine mit besten Genen

Fazit

Alles in allem ist der neue 2011er STI ein sehr gelungener Sportwagen und ein echter Schritt nach vorn! Sieht man von einigen Kleinigkeiten ab – schließlich kann man es nie jedem Recht machen – ist Subaru hier wieder ein sehr guter Wurf gelungen. Und eines Tages wird es auch mein Impre... - Pardon - WRX STI sein, ob mit oder ohne Spoiler, das wird wohl die einzig schwere Entscheidung werden.

  Text: Frank Göpfert
Bilder: Frank Klewe
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